Viele Internetnutzer öffnen Spam-Mails mutwillig
7. April 2010 von Torben
Überraschendes Ergebnis einer Umfrage der MAAWG (Messaging Anti-Abuse Working Group ): Obwohl mehr als 80 Prozent der E-Mail-Anwender wissen, dass es schädliche Bots gibt, reagieren viele Millionen so, dass sie sich der Gefahr einer Malware-Infektion aussetzen. In der Umfrage, die unter mehr als 1000 E-Mail-Anwendern in den USA sowie jeweils über 500 in fünf weiteren Ländern (Kanada, Deutschland, Frankreich, Spanien, Großbritannien) durchgeführt wurde, gab die Hälfte der Anwender an, Spam geöffnet, auf einen Link im Spam geklickt, einen Spam-Anhang geöffnet bzw. auf Spam geantwortet oder diese weitergeleitet zu haben. All dies sind Tätigkeiten, die den Verbraucher der Gefahr von Betrug, Phishing, Identitätsdiebstahl und der Infektion aussetzen.
„Der Verbraucher muss wissen, dass er kein hilfloser Zuschauer ist. Er spielt eine ganz entscheidende Rolle beim Kampf gegen Spammer, indem er sich nicht darauf einlässt und die entsprechenden E-Mails einfach nur als unerwünscht kennzeichnet“, sagt Michael O’Reirdan, Vorsitzender der MAAWG. Hier einige Ergebnisse der Umfrage im Detail:
- Fast die Hälfte derjenigen, die eine Spam-E-Mail öffneten, taten dies absichtlich. Viele wollten sich abmelden oder beim Absender beschweren (25 %), sehen, was passiert (18 %) oder interessierten sich tatsächlich für das Produkt (15 %).
- 11 % klickten auf einen Link, 8 % öffneten den Anhang, 4 % leiteten den Spam weiter, 4 % antworteten direkt.
- 44 % halten sich selbst im Bezug auf E-Mail-Sicherheit für „einigermaßen erfahren“. In Deutschland halten sich 33 % für „Experten“ oder für „sehr erfahren“. In Spanien, Großbritannien und den USA sind es jeweils rund 20 %, in Kanada 16 % und in Frankreich 8 %.
- Männer und E-Mail-Anwender unter 35 Jahren (die Bevölkerungsgruppe, die sich tendenziell beim Thema E-Mail-Sicherheit für erfahren hält) öffnet Spam häufiger bzw. klickt auf Links und leitet Spam weiter: Von den E-Mail-Anwendern unter 35 Jahren geben 50 % an, bereits Spam geöffnet zu haben. Bei den über 35-Jährigen sind es nur 38 %. Jüngere Anwender klicken auch häufiger auf Links (13 %) als ältere Verbraucher (weniger als 10 %).
- Die meisten Verbraucher halten ihren Internet- oder E-Mail-Provider dafür verantwortlich, Viren und Malware zu stoppen.
